Gleichgewicht
sapere aude
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Gluehkopf

Das Ende der Guthabenkrise


Nach der gesamtwirtschaftlichen Logik gilt für ein Exportüberschussland wie Deutschland:
Staatsschuldenwachstum

Wachstum der privaten Geldvermögen abzgl. Exportüberschüsse
Ohne die weitere Berücksichtigung der Exportüberschüsse, die nach Anpassung der Löhne an die Produktivitätssteigerung zu vernachlässigen sein werden, ist das

Staatsschuldenwachstum =  Wachstum der inländischen privaten Geldvermögen

Oder anders ausgedrückt:

private Geldvermögen = alle Geldforderungen der Privaten abzgl. aller Privatverschuldung

Ein Abbau der Staatsschulden ist aber nachhaltig nur durch einen Abbau der privaten Guthaben möglich, weil eine bewusste Erhöhung der Privatverschuldung in den folgenden Perioden wieder zu Tilgungen führt, die den Problemdruck nur erhöhen. Es geht also nicht um das Ob, sondern darum WIE der Guthabenabbau von statten gehen soll. Über Druck oder über Anreize. Das hier vorgestellte Lösungskonzept beinhaltet ausschließlich
Politische Anreizlösungen
  • Nullsparzinspolitik
  • Rahmenbedingungen für ungehebelte Sachwertverbriefung (Wertgeld)
  • steuerliche Bevorzugung von Sachvermögen gegenüber Geldvermögen.

Neben einer ergänzenden Informationspolitik über die Vorzüge des Sachwertsparens, gilt es vor allen Dingen auch, die Ungleichverteilung der Einkommen in unserer Gesellschaft ab- und anhaltendes Vertrauen in die Einkommensentwicklung bei allen Bevölkerungsschichten aufzubauen. Dazu dienen ergänzend
Ein (nicht ganz) bedingungsloses Grundeinkommen
Die Rückkehr zur 100% umlagefinanzierten Rente

Das bedeutet in jedem Fall Sozialaufwand. Wenn man allerdings verinnerlicht hat, dass jeder Sozialaufwand allein aus dem Sozialprodukt der jeweils aktuellen Periode finanziert wird, reduziert sich das Problem auf die Arbeitsproduktivität und damit auf die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums der Ökonomie. Denn
kreislauftheoretisch gibt es kein Sparen der Gesellschaft als Ganzes und selbst durch die Anlage der Gelder in Finanzaktiva lässt sich keine intertemporale Vermögensübertragung organisieren (also ist auch die Rente keine Frage der Demografie!). Es gibt immer nur den interpersonellen Austausch von Geld, Gütern und Dienstleistungen zwischen Individuen (Generationen) in der aktuellen Periode. Das beschreibt spätestens seit den 1950er Jahren im deutschsprachigen Raum
das Mackenroth-Theorem

Statistiker haben allerdings schon immer betont, dass BIP und BNE
(Bruttonationaleinkommen) nicht als Maßstab für die Wohlfahrt konzipiert wurden. Doch sie widersprachen anscheinend nicht entschieden genug, als Politik, Medien und Öffentlichkeit in den letzten drei Jahrzehnten das BIP immer stärker nutzten, um den Erfolg von Wirtschaft und Wirtschaftspolitik zu messen. Denn weder die Lebensqualität der Menschen noch die Inanspruchnahme der Natur werden damit erfasst.

Weil aber „Erfolgsmeldungen“ bei  BIP/BNE nicht mehr dem entsprechen, wie die Menschen ihre Lebensqualität wahrnehmen, bekommt die Politik zunehmend ein Legitimationsproblem. Andererseits ist es auch extrem schwierig, den ökologischen Umbau der Industriegesellschaft politisch zu vermitteln, solange man sich auf BIP und BNE als Leitindikatoren stützt. Es ist nämlich gut möglich, dass diese Werte stagnieren oder sogar sinken werden in einer Wirtschaft, die sich der Nachhaltigkeit und der dauerhaften Umweltgerechtigkeit verpflichtet fühlt. Denn die Naturressourcen der Erde sind begrenzt. Wenn wir aber unserer Wirtschaft über unser Geldsystem einen permanenten Wachstumszwang auferlegen, werden wir früher oder später alle Reserven aufgebraucht und unsere eigene Lebensgrundlage zerstört haben. Es ist also dringend erforderlich, neben einer Reform des Geldsystems auch neue Messgrößen für die Wohlfahrt zu finden. Ein Beispiel:
Der nationale Wohlfahrtsindex (NWI)